Chronik unserer Pfarrei


Nach der Reformation gab es in Zwickau etwa 290 Jahre keinen katholischen Gottesdienst. Erst als im Schloss Osterstein, welches ab 1770 als Zuchthaus genutzt wurde und ab 1792 Landesgefängnis war, die katholischen Sträflinge Sachsens zusammengelegt wurden, bestimmte König Friedrich August I., dass in Zwickau ein katholischen Pfarrer angestellt wird.
August 1820 Der königliche Kaplan Jacob Rink hielt das erste Hochamt in der evangelischen Anstaltskirche. Seit diesen Tagen fanden wieder regelmäßige katholische Gottesdienste statt. Kaplan Rink
Oktober 1820 Die erste kleine Kirche wurde von Kaplan Rink zu Ehren des hl. Johann Nepomuk im bischöflichen Auftrag eingeweiht. Auf dem für 125 Taler erworbenen Grundstück entstand außerdem eine Pfarrwohnung. Grafik der ersten Kirche
1827 Die Gemeinde wurde zur Pfarrei erhoben. So verdankte unsere Pfarrei ihre Gründung letztendlich den damaligen Sträflingen in der Strafanstalt Schloss Osterstein. Der erste Organist war der Sträfling Wilhelm Muschek.
16.02.1829 In einem Privathaus auf dem Fleischerplatz, etwa dem heutigen Neuberinplatz, wurde eine erste katholische Schule eröffnet.
03.06.1841 Pfarrer Jakob Rink stirbt. Sein Nachfolger wurde Pfarrer Josef Swogetinski.
13.04.1882 In der Schloßstraße 11 wurde die katholische Schule eingeweiht. Ab 1909 war sie in der Blücherstraße (heutige Fröbelstraße).
04.04.1889 Schon nach wenigen Jahren erwies sich die erste Kirche als zu klein und nach einem Hochwasser im Jahr 1842 auch schon wieder baufällig.
Nach jahrelangen Bemühungen konnte die neue Kirche geweiht werden. Den Altar konsekrierte Bischof Bernert, welcher von 1846 - 1854 selbst Pfarrer in Zwickau war, am 23.11.1889.
Neubau 1889
1902 Der Kirchenchor "Cäcilia" wurde gegründet und hatte im Lehrer Georg Albrecht seine herausragende Persönlichkeit.
01.11.1932 Die Kuratie zur "Hl. Familie" wurde von "St. Johann Nepomuk" abgetrennt und erhielt eine selbständige Seelsorge. Am 16.06.1936 wurde die Kirche zur "Heiligen Familie" geweiht und am 01.01.1943 die Kuratie zur Pfarrei erhoben.
16.02.1933 Seit 1927 war Johannes Rücker Pfarrer in "St. Johann Nepomuk". Im September 1932 feiert er sein 25 jähriges Priesterjubiläum.
Sein plötzlicher Tod und die feierliche Beerdigung war ein Ereignis für ganz Zwickau. Der Trauerzug durch die Stadt wurde mit Polizeisperren abgesichert.
Sein Grab befand sich bis 1983 auf dem Hauptfriedhof.
Pfarrer Rücker
1936 In Mülsen fand der erste katholische Gottesdienst nach der Reformation statt. Da noch in einer Gaststätte. Ab 1949 fand wieder regelmäßiger Gottesdienst in der neu eingerichteten Kapelle, in Mülsen St. Niclas, im ehemaligen Gewerberaum einer Fabrik statt. 1956 wurde Mülsen Pfarrvikarie.
01.09.1940 Pfarrer Joseph Hartmann beendete seinen Dienst und Dr. Aloys Wolff übernahm die Pfarrei.
Er prägte die Gemeinde in einer Zeit mit zwei Diktaturen bis er 1969 in den Ruhestand ging. Am 26. Dezember 1982 verstarb er in Zwickau.
Pfarrer Wolff 1
Pfarrer Wolff 2
September 1954 Im ehemaligen Vereinshaus "Saxonia" entstand das Altenpflegeheim "St. Pius".
Im Dezember 1978 wurde es verlegt und in der Leipziger Straße eingeweiht. Seit 2001 ist es jetzt das "St. Barbara" Heim neben der Pfarrkirche zur Hl. Familie.
Altenpflegeheim St. Pius
1956 - 1959
Hochwasser 1954
Durch das Hochwasser im Juli 1954 entstanden große Schäden in der Kirche, vor allem auf dem Hochaltar und dem Fußboden. Die Kirchenmauer wurde unterspült. Das Wasser stand mehrere Tage über 1,70m in der Kirche. Eine Renovierung war dringend erforderlich.
Historische Innenansicht
Der Altarraum wurde vollkommen umgestaltet. Der Fußboden erneuert. Ein großes Wandkreuz wurde im Altarraum aufgehängt und der Marienaltar bekam eine geschnitzte Madonna mit Kind. Beide Werke sind vom Bildhauer A. Schweigert aus Wilkau-Haßlau. Auch ein neuer Tabernakel wurde angefertigt.
Am 08. Mai 1964 hat Bischof Dr. Otto Spülbeck den neuen Altar konsekriert.
01.10.1969 Der Pfarrvikar von Hohenstein-Ernstthal Horst Hoffmann wird neuer Pfarrer in St. Johann Nepomuk und wird ab 1974 Dekan des Dekanats Zwickau.
01.08.1983 Nach dem das Altenpflegeheim "St. Pius" 1978 auf die Leipziger Straße verlegt wurde fehlten der Gemeinde Sanitär- und Abstellräume bei der Kirche.
Nach langen Vorbereitungen erfolgte der erste Spatenstich für einen Anbau an die Kirche.
09.04.1989
St. Johann Nepomuk
Die Pfarrkirche St. Johann Nepomuk feierte ihr hundertjähriges Kirchweihfest. In Vorbereitung auf dieses Ereignis wurde schon einige Jahre voraus die Kirche renoviert und umgestaltet. Das Altarfenster wurde wieder freigelegt. Eine neue Heizung wurde eingebaut und neue Bänke wurden aufgestellt.
Der 1960 vom Ostritzer Künstler Emil Pischel geschaffene Kreuzweg wurde in der Kirche angebracht. Bischof Gerhard Schaffran schenkte der Gemeinde eine Figur des hl. Johann Nepomuk, die 1823 von einem unbekannten Künstler geschnitzt wurde.

Mit dem Bischof von Dresden-Meißen Joachim Reinelt feierte die Gemeinde einen Festgottesdienst.
Nachmittags war dann die Gemeindefeier im Domgemeindesaal in der Peter-Breuer-Straße. Der Tag klang aus mit einem Vespergottesdienst in der Kirche.
Kirchweihe 1989       Pfarrer Hoffmann 1989
Oktober / November 1989 Eine Zeit des Umbruchs. Vieles wird in Frage gestellt. Es wird nach neuen Wegen gesucht. Auch die Kirchen sind aktiv bei der Gestaltung der neuen Zeit dabei. In allen Kirchen finden Friedensgebete statt.
Vertreter aller Dekanate gründen die Laienbewegung "Aktion Katholischer Christen".
In Zwickau besteht ein "Runder Tisch" an dem über Themen der Zeit besprochen werden.
28.09.1990
Pfarrer Horst Hoffmann
Der Dekan und Pfarrer unserer Gemeinde Horst Hoffmann stirbt plötzlich und unerwartet.
Auf Grund seiner Verdienste wird eine Straße in Zwickau-Weißenborn nach ihm benannt.
Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof
September 1991 Klostergründung in der Schloßstrasse 9.
Die Pfarrgemeinde St. Johann Nepomuk und die Pfarrvikarie "Mariä Verkündigung" Mülsen werden nun von Patres der Hünfelder Oblaten (OMI) geleitet. Erster Pfarrer in Zwickau ist Pater Josef Otto.
Pater Josef Otto OMI
August 1992 Eröffnung der katholischen, integrativen Kindertagesstätte St. Johann Nepomuk.
Großen Anteil an der der Übernahme des Kindergartens in die kirchliche Trägerschaft hat Pater Walter Lange. Er ist auch Pfarrer der Pfarrvikarie "Mariä Verkündigung" in Mülsen.
Pater Walter Lange OMI
August 1994 Eröffnung des Peter-Breuer-Gymnasiums auf dem Pfarrgebiet von St. Johann Nepomuk in Zwickau.
Februar 1997 Einweihung des neuen Gemeindehauses in Mülsen
31.10.1999 Weihe der Kapelle "Mariä Verkündigung" in Mülsen. 2002 wird sie Filialkirche von unserer Gemeinde St. Johann Nepomuk Zwickau.
Mülsener Kirche                 Innenansicht
März 2001 Das Altenpflegeheim St. Pius in Zwickau-Pölbitz wird geschlossen, da auf dem Gelände unserer Nachbargemeinde Heilige Familie die Caritas das neue Pflegeheim St. Barbara gebaut hat.
seit 2002 Die Kirche "Mariä Verkündigung" in Mülsen ist jetzt Filialkirche von St. Johann Nepomuk Zwickau.
27.01.2006
unser Pfarrzentrum
Einweihung unseres neuen Pfarrzentrums manufaktur durch Bischof Joachim Reinelt.

      Segnung des Pfarrzentrums          Bischof Joachim Reinelt
2006 die Pfarrgemeinde zählt 1.970 Katholiken
01.01.2008
Pater Rudolf Welscher OMI
Pater Rudolf Welscher ist der neue Pfarrer von St. Johann Nepomuk.
Nach Pater Otto, Pater Lüning, Pater Barzen und Pater Hohn ist es der fünfte Oblatenpater, der in unserer Gemeinde als Pfarrer tätig ist.
2009
Unsere alte Orgel (bis 1992)
Dieses Jahr ist ein gutes Jahr für die Gemeinde und ihre Orgel.
Die Walcker-Orgel, Baujahr 1966, die seit 1992 bei uns erklingt, wurde generalüberholt. Sie erklang im Mai zur "Zwickauer Orgelnacht" das erste Mal wieder und wurde mit neuem Register im September zum Kirchweihfest geweiht.
Weihe der überholten Orgel                 Orgelnacht 2009
2014
Pfarrkirche 2014
Von Mai bis Dezember 2014 wurde unsere Pfarrkirche renoviert und grundlegend umgebaut.
Kernstück der Umgestaltung ist die Öffnung und Einbeziehung der beiden ehemaligen Sakristeien in den Chorraum. Dort finden die Skulptur der Gottesmutter und der Tabernakel mit einer Nepomuk-Reliquie ihren Platz.
Die Neugestaltung des Altarraumes mit nur noch zwei Stufen bringt eine neue Sicht. Lange wurde auch über den Platz für den Taufstein nachgedacht. Er steht nun im Mittelgang vorn und kann bei "großen Einzügen" weggerückt werden.
Eine Luftheizung und neue, bequeme Bänke, sollen allen den Aufenthalt in der Kirche angenehm machen. Neu ist auch die Farbgestaltung im Kirchenschiff. Vom anthrazitfarbenen Estrich geht der Blick über die hellen Wände zur fast weißen, nicht mehr wie bisher, dunkelbraunen Decke.
Die neuen Bögen, das Lichtkonzept, besonders in den neu entstandenen Seitenkapellen und die helle mit Goldstreifen versehene Deckengestaltung, sollen den Besucher mitnehmen in einen festlichen Saal, in dem er zum Himmel erhoben wird. Das soll äußerlich die innere Hingabe an Gott im Gebet und in der Eucharistie und bei der Spendung der Sakramente unterstützen.
Im Pontifikalamt am 13. Dezember 2014 wurden der neue Taufstein, der Tabernakel, das Ambo und der Altar von unserem Bischof geweiht.