SPRUNG ÜBER DIE MAUER


Mit meinem Gott überspringe ich Mauern

Das Projekt
Nach Fertigstellung unseres Pfarrzentrums entstand die Idee in unserem Haus etwas selbst zu gestalten. Schließlich sollte es ja „unser Gemeindehaus“ werden und da fehlte noch das I-Tüpfelchen. Nachdem wir lange hin und her überlegt haben und der Pfarrgemeinderat das Projekt beraten hat, entstand folgende Idee:
Wir malen ein gemeinsames Bild, ein richtig großes Bild. Die Idee kommt aus der Gemeinde, denn hin und wieder malen Gäste bei einer Familienfeier dem Jubilar ein Bild, und zwar indem jeder Gast einen Teil eines Originalbildes nachmalt. Am Ende des Abends ist, auf individuelle Weise, ein Ganzes entstanden. Eine wirklich originelle Idee, die einen, das Ergebnis vor Augen, echt staunen lässt.
So sollte auch unser Bild entstehen. Die Kreise malen einzelne Teile eines Originalbildes nach. Wie gesagt das Bild wird richtig groß, nämlich 12,48 qm. Das Bild wurde auf Holztafeln gemalt, die dann hier im Foyer über der Theke, also im Treppenhaus angebracht wurden.

Das Bild ist überschrieben:
Mit meinem Gott überspringe ich Mauern
Es stammt von dem bekannten Malerpfarrer Sieger Köder. Ein Ministrant nutzt einen Leuchter, um mit ihm über mehrere Mauern zu springen. Das Bild drückt Fröhlichkeit und Gottvertrauen aus. Angelehnt ist es an den Psalmvers 18,30. Der Vers aus dem Alten Testament drückt Lebensfreude und Zuversicht in einen Gott, in den einzigen Gott aus, der den Menschen beschirmt und beschützt. König David hatte diese Gotteserfahrung längst gemacht:
Mit meinem Gott wird das Unmögliche möglich.
Warum wir gerade dieses Bild ausgesucht haben?
Es passt thematisch einmalig an diesen Ort. Die Mauern passen zu unseren alten Backsteinmauern, die Laterne steht für die alte Glühlampenfabrik, aus der unser neues Gemeindehaus in den Jahren 2004-2006 entstanden ist, der Ministrant spricht natürlich für sich und das biblische Thema steht für die Lebensfreude, die in unserem Gemeindehaus pulsieren soll. Außerdem hat das Motiv einen gewissen Witz. Es hat uns einfach gefallen.

der Elternkreis

Sieger Köder - Mit meinem Gott überspringe ich Mauern

Im Leben eines jeden Menschen gibt es „Mauern“, die unüberwindbar scheinen:
ein schwerer Schicksalsschlag, eine unzumutbare Entscheidung, Ängste, Feindschaften, Vorurteile, eine böse Erkrankung, das Sterben, der Tod.
Der Beter des Psalm 18 weiß: Ich muss über meine Mauern hinweg. Aber wie? In seiner Not denkt er an Gott. Und der Glaube an Gott ist für ihn wie ein Geschenk, wie eine Leuchte. Darum ruft er voll Zuversicht: „Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen. Mein Gott macht meine Finsternis hell.“
Im Bild schauen wir dieses Wort. Den vermutlich erwachsenen Beter ersetzt der Maler durch einen Buben, wohl in Erinnerung an Jesu Wort: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder.“
Der Leuchter und das Licht sind Symbole für den Glauben und auch ein Zeichen für Gott. Mit beiden Händen hält sich der Ministrant fest an seiner liturgischen Fackel, als wolle er Weltrekord springen. Ja, mit Gott zusammen gelingt ihm der Sprung gleich über drei Mauern hinweg. Und in dankbarer Freude sagt er es aller Welt:
„Mit meinem Gott überspringe ich Mauern.“
Gott gibt mir den Mut, die Kraft, die Sicherheit, Unmögliches zu wagen, Unüberwindbares zu überwinden. Du, Gott des Lichtes, dein Sohn Jesus hat gesagt: „Alles kann, wer glaubt“, wer sich an Gott festhält. Ich glaube dir, Gott, du machst all meine Finsternis hell. Mit dir, meinem Gott, überspringe ich sogar Mauern. Mit beiden Händen und mit ganzem Herzen halte ich mich fest an dir, guter Gott. Im Vertrauen auf dich will ich den Sprung wagen.

Text: nach Theo Schmidkonz SJ
Bild: nach Sieger Köder,
Mit meinem Gott überspringe ich Mauern